Die fünf größten Mythen über Achtsamkeit

So findest du Gelassenheit in einem hektischen Alltag

Was fällt dir als erstes ein, wenn du das Wort Achtsamkeit hörst?

Gehörst du auch zu den Menschen, die eine gewisse Skepsis bei dem Thema Achtsamkeit zeigen? Vielleicht kommt dir schnell das Wort Meditation in den Sinn und das ist schon gar nichts für dich – mit kompliziert verknoteten Füssen stundenlang auf so einem unbequemen Sitzkissen sitzen. Das soll zufriedener machen – das ist nur anstrengend. Und mit Religion und der Kirche hast du schon längst abgeschlossen.

Mit diesen Vorurteilen will dieser Artikel aufräumen und dich über die fünf größten Mythen aufklären.

Mythos 1: Ich muss religiös sein, damit Achtsamkeit wirkt!

Die Schulung der Achtsamkeit hat nichts mit der Ausübung einer Religion zu tun und man muss schon gar nicht religiös sein. Die Achtsamkeitspraxis stellt eine Form von geistiger Übung dar und ist in der heutigen Welt nicht mit einer bestimmten Religion verbunden. Es ist richtig, dass Achtsamkeit Wurzeln in der buddhistischen Philosophie hat und schon eine 2500jährige Geschichte aufweisen kann. In der modernen Welt praktizieren viele Menschen mit und ohne religiösem Hintergrund Achtsamkeit, weil diese Praxis guttut.

Wenn Du konsequent übst, baut sich dein Gehirn um und hilft dir mit den alltäglichen größeren und kleineren Problemen gelassener umzugehen. Dazu braucht es keine Form von Religiosität.

Mythos 2: Ich muss im Lotussitz auf dem Boden sitzen!

Du kennst bestimmt die Bilder von meditierenden Menschen, die mit verwinkelten Beinen auf einem Sitzkissen ausharren. Da tun dir schon vom Anschauen die Knochen weh. Natürlich kannst du Achtsamkeit im Lotussitz und auf einem Sitzkissen praktizieren, das ist für die Wirkung von Achtsamkeit nicht so wichtig. Du kannst Achtsamkeit in ganz vielen Alltagssituationen üben, z.B. wenn du im Bus oder Zug sitzt oder auf dem Fußweg zur Arbeit. Achtsamkeit ist eine geistige Lebenshaltung und nicht auf eine bestimmte Körperhaltung reduziert.

Fotolia - Andrey Popov

Fotolia – Andrey Popov

Mythos 3: Ich muss Stunde über Stunde Achtsamkeit praktizieren!

Denkst du, dass Achtsamkeitsübungen nur dann Sinn machen, wenn du mindestens eine Stunde am Morgen und am Abend übst. Und genau die Zeit hast du nicht, also fängst du gleich gar nicht an. Da bist du in guter Gesellschaft, diese Vorstellung haben ganz viele Menschen und ist schlichtweg falsch. Eine wirkungsvolle Achtsamkeitspraxis erfordert keinen großen Zeitaufwand. Allerdings ist ein gewisses Maß an Geduld und Ausdauer zwingend erforderlich. Viele Praktizierende spüren schon nach relativ kurzer Zeit, wie sie aus dem Hamsterrad des alltäglichen Zeitdrucks aussteigen. Einfache Anwendungsbeispiele siehe weiter unten.

Mythos 4: Achtsamkeit ist für mich viel zu kompliziert!

Vielleicht meinst du, Achtsamkeitsübungen sind eine komplexe Angelegenheit und du musst eine langjährigen Schulung bei einem Lehrer auf dich nehmen. Schaden tut  ein guter Lehrer nicht, viel wichtiger ist jedoch das TUN. Das kann dir auch der beste Lehrer nicht abnehmen. Sehr wahrscheinlich wird es Tage geben, da fallen dir die Übungen schwer und am liebsten würdest du es wieder sein lassen. Bei dem Konzept Achtsamkeit geht es gar nicht um „richtig“ oder „falsch“. Achtsam sein heißt: beobachten und aufmerksam wahrnehmen, was gerade in dir vor sich geht, ohne zu kritisieren. Mit der Zeit wirst du deinen Geist besser verstehen. Du bekommst mit, wie er funktioniert und wie deine Gedanken wirken und entsprechende Stimmungen hervorbringt. Genau dafür lohnt sich eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis.

Mythos 5: Achtsamkeit lockt mich in abgehobene Sphären

In den 80iger Jahren gab es Plakate mit Menschen, die im Lotussitz in die Luft abheben. Könnte sein, dass du die Sorge hast, wenn du jetzt mit Achtsamkeitsübungen anfängst, dann verlierst du die Bodenhaftung – den Bezug zu deiner Realität. Vielleicht befürchtest du, dass du dich von deinem Lebensstil abwenden musst oder dass du dir dein Leben auf einer rosaroten Wolke schönredest. Mit alldem hat das Konzept der Achtsamkeit nichts gemeinsam. Das Ziel ist vielmehr, deine Welt klarer zu sehen – so zu sehen, wie sie ist. Mit einer Achtsamkeitspraxis schulst du dein Bewusstsein und der Blick auf dein Leben wird nicht mehr von den vielen Schichten der Interpretation überdeckt. Du entdeckst mehr und mehr deine persönlichen Werte und findest Wege, diese zu leben. Das stärkt zutiefst die innere Zufriedenheit.

Wie versprochen: Alltagstaugliche Achtsamkeits-Quickies

Wie wäre es, wenn du so ganz nebenbei mit richtig kurzen Achtsamkeitsübungen startest. Du brauchst keine zusätzliche Zeit investieren und keinen besonderen Ort aufsuchen oder spezifisches Equipment.

Tipp Nr. 1

Du sitzt an deinem Arbeitsplatz und der PC fährt hoch. Das dauert eine kurze Weile, gefühlt auch manchmal eine kleine Ewigkeit. Während der Rechner hochfährt, setzt du dich aufrecht auf den Stuhl und beobachtest deinem Atem. Du nimmst wahr, wie der Atem in deinen Körper einströmt und wieder ausströmt. Hilfreich ist, wenn du bis in den Bauch atmest.  – Nur so lange der Rechner braucht, um betriebsbereit zu sein. Genieße diese kurze Zeit. Was meinst du, kriegst du das hin?

Tipp Nr. 2

Du hast gerade eingekauft und stehst mit deinem Einkaufswagen in der Schlange vor der Kasse. Und jetzt hältst du mal für einen Moment inne, was geht gerade in deinem Kopf ab – machen dir deine Reaktion bewusst. Vielleicht ärgerst du dich gerade, weil es so lange dauert und du überlegst, ob es nicht an der anderen Kasse schneller geht. Beschäftige dich ganz bewusst mit den Fragen:

  • Was geht mir gerade durch den Kopf?
  • Welche Empfindungen sind in meinem Körper?
  • Welche Gefühle und Impulse nehme ich war?

Das ist alles! Das ist Achtsamkeit. Im letzten Fall heißt Achtsamkeit zu akzeptieren, dass es eben unangenehme Erfahrungen gibt. Es geht nicht darum, etwas zu verändern – einfach bewusst wahrnehmen.

Und jetzt bist du dran – fang an!

Was machst du für Erfahrungen, wenn du bei alltäglichen Aktivitäten, dein Innenleben im Kopf und im Körper betrachtest?

Wie ist es für dich, ganz beim Atem zu sein – ein und aus?

PS: Im nächsten Artikel erfährst du mehr über das Konzept Achtsamkeit – bleib’ neugierig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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